In die Zukunft gehen - Optionen der Kirchenentwicklung, die sich im Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ herauskristallisieren

Im Entwicklungsprozess der Diözese Rottenburg-Stuttgart kristallisieren sich Optionen heraus, die Ziele für die weitere Entwicklung sein können. Sie basieren auf dem bisherigen pastoralen Weg der Diözese Rottenburg-Stuttgart und schreiben diesen fort.

Martin von Tours - Leitfigur der Pastoral

Der Heilige Martin stellt den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt, er wendet sich ihm auf Augenhöhe zu und steht ihm zur Seite, damit er zum Leben kommt.

In Begegnungen und Beziehungen an den Lebensorten der Menschen wird das Evangelium lebendig, werden Christen und Christinnen zu Zeugen und Zeuginnen. So ereignet sich missionarisch-diakonische Kirche. Die Person des Martin von Tours verkörpert, was der Diözese Rottenburg-Stuttgart für die Zukunft wichtig ist.

 

Kirche ist Kirche an vielen Orten

Kirche lebt an vielen verschiedenen Orten. Die Profilierung vieler kirchlicher Orte ermöglicht, dass unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedarfen lebensnah an das Evangelium anknüpfen können.

Eine Kirche, die sich der Welt und den Menschen aussetzt, kann sich nicht auf einen kirchlichen Ort beschränken. Sie braucht viele Orte, an denen Menschen dem Evangelium begegnen können, und sie entdeckt viele Orte, an denen Menschen dem Evangelium begegnen.

Sie braucht neue Orte neben der Gemeindekirche, an denen nicht dauerhafte Bindung, sondern Gastfreundschaft, Spontaneität und (mögliche) Anonymität stilbildend sind. Sie braucht Orte mit verschiedenen Schwerpunkten, die aufeinander verweisen: spirituelle Orte, Bildungsorte, Liturgische Orte, Orte der Vergemeinschaftung, passagere Orte, etc.

Die Pluralität der Orte spiegelt die Pluralität der Menschen und der Ereignisse des Evangeliums.

Kommentare aus Wandlung

Kirche ereignet sich oft mehr in Alltagssituationen als in kirchlichen Räumen

Kirche findet auch außerhalb der offiziellen Kirche statt

Kirchengemeinde besitzt zu viel Beharrungsvermögen und will bleiben wie sie ist (was durch den Slogan bestärkt wird)

ist Zukunft und braucht Anerkennung

Freiräume geben und zulassen

Gottes Geist weht an vielen Orten

Welche Bedürfnisse stärken und bedienen wir, welche nicht?

Es fehlt an Offenheit gegenüber anderen Orten

Es geht um Christsein an anderen Orten

Widerstände aus den eigenen Reihen bezüglich anderer Orte

Jesus war mehr an anderen Orten als in der Synagoge

Geh-hin-Kirche kommt an ihre Grenzen: Kirche ist an den anderen (säkularen) Orten nicht mehr gefragt (z.B. Gewerkschaften, Betriebsräte)

Wer bespielt die anderen Orte, ist dort präsent und ansprechbar – Reaktion: die pastoralen Mitarbeiter/innen sollen dies tun und anderes lassen

Steht uns das Territorialprinzip im Weg?

Über Konfessionsgrenzen hinweg

Was muss „drin“ sein, damit Kirche „draufstehen darf“?

Erste Frage: Wo ist Gott, wo wirkt und handelt er, wo wir vielleicht gar nicht sind?

Ist bereits Realität

Geht hinaus!

Spannend!

Besondere Orte brauchen personelle Beständigkeit

zu wenig Öffnung auf Menschen an anderen Orten hin – man bleibt beim Bekannten

Menschen begegnen – die keinen Kontakt zur Kirche haben, die suchen

Wollen das die Menschen überhaupt, dass wir sie an ihren Orten aufsuchen?

An welchen Orten ist Kirche noch akzeptiert bzw. kann Akzeptanz zurückgewonnen werden?

 

Viele verschiedene Orte werden benannt:

Supermarkt, Medien, Altenheim, Hauskirche, Fußballplatz, Sportverein, Klinik, Musikverein, Tür und Angel-Gespräche, Museen, Konzertsäle, neue Zentren wie z.B. in Stuttgart, Kneipe, Betriebe, Vereine, Schule, Gefängnis, Kita

 

Pastoral an den anderen Orten:

An anderen Orten mit den Menschen ins Gespräch kommen

Gottesdienste an anderen Orten, aber Kirche ist mehr als Gottesdienste

Gottesdienste an besonderen Orten (z.B. Intensivstation) mit besonderen Gruppen (z.B. Schausteller), Segnungen von Autos oder dem Tennisplatz

Gespräch, Begegnung

Gemeinschaft bilden

Alltägliche Orte gestalten und als Kirche erkennbar und lebbar machen

Pausenangebot in der Fastenzeit in der Schule mit 50-70 TN, das gleiche Angebot im Kirchenraum 0-2 TN

Caritas und Kirche kooperieren z.B. im Kinderförderfond

Krankensalbung öffnen für alle Seelsorger/innen

Segnungen für Schwule und Lesben (nicht nur Auto-Segnungen)

 

Fazit

-       Wertschätzung der vielen und anderen Orte

-       Wahrnehmung von Beharrungskräften seitens der Gemeinden

-       Pastoral an anderen Orten beschränkt sich weitgehend auf Begegnung (Face-to-Face) und Liturgie

-       Skepsis, ob Grenzen überschritten werden können, und Skepsis, ob mögliche Adressaten an „Anderorten“ das wollen

Kirche vernetzt sich nach innen und nach außen

Kirche vernetzt sich, indem sich kirchliche Orte untereinander und mit ökumenischen, kommunalen und gesellschaftlichen Partnern vernetzen. Zusammen mit Partnern/innen gestaltet Kirche einen menschenfreundlichen Lebensraum und bringt ihre Botschaft des Evangeliums ein.   

Eine Kirche, die den Menschen dient und das Evangelium unter den Menschen entdeckt, vernetzt sich mit Partnern und Partnerinnen, die genau wie sie das Wohl der Menschen im Blick haben. Das sind zum einen die eigenen kirchlichen Orte, darüber hinaus aber gesellschaftliche, kommunale und ökumenische Einrichtungen, Gruppierungen und Personen. Netzwerken heißt, von Unterschieden profitieren, Geben und Nehmen, gemeinsame Ziele verfolgen und einander vertrauen. Netzwerke sind schnell handlungsfähig, aber instabil, daher auf feste Strukturen angewiesen, aber umgekehrt funktionieren feste Strukturen gut nur in Kombination mit Netzwerken.    

Kommentare aus Wandlung

Kostet zunächst Zeit, kostet viel Zeit, aber dann gibt es Synergieeffekte

Langfristige Veränderungen durch ungewöhnliche Kooperationen möglich, z.B. mit der Stadt

Vernetzung bereichert und macht Freude

Sich dafür zu öffnen, sich zu zeigen, ist wichtig

Dabei sein, aber nicht eigenprofilieren

Wertschätzung ist wichtig

Netzwerk braucht Struktur und Koordination

Durch Kooperationspartner Kräfte bündeln

Vernetzen und/oder verletzen oder vernetzen trotz Verletzungen?

Ökumene ist Muss! – Schwierigkeit, da so viele Partner auf evangelischer Seite, lebendiger Weg in Ravensburg, jetzt Frust

Breite Netzwerke erlösen uns von der Fokussierung auf die immer Gleichen

Netzwerke ermöglichen Überraschenden

Sprachbarrieren und unterschiedliche Erwartungen

Unkenntnis der anderen im eigenen System

Vernetzung innerhalb der SE und über die SE hinaus

Es braucht gemeinsame Ziele

Netzwerke haben als gemischte Teams ein hohes Innovationspotenzial

Digitale Vernetzung und Hindernisse (Intranet, Pflichtverschlüsselung und SMG)

Ehrenamtliche sehen in der Vernetzung Konkurrenz

Win – Win

Gesellschaftliche Relevanz der Kirche wird wahrgenommen

Braucht Netzwerker/innen mit Ressourcen, ist von ihnen abhängig

Kirche als Netzwerk ist das Gegenmodell zur hierarchischen Kirche (demokratisch, kommunikativ, prozesshaft, synodal, nicht klerikal)

Netzwerke kann man nicht verordnen

Wie geht Netzwerken?

Wie gelingt das?

Sich mit einzelnen Partnern vernetzen, ist leichter

Strukturen oft hinderlich und Entscheidungswege zu lang

braucht Zeit und Kraft

Datenschutz verhindert Vernetzung

Andere wertzuschätzen, muss geübt werden

 

Partner

Vereine, Schule, Telefonseelsorge, Hospizarbeit, Trauernetzwerk, Jugendarbeit auf SE-Ebene, multiprofessionelle Vernetzung im Krankenhaus, Ökumene, Schulpastoral, Sozialamt, Betriebsräte, Caritas, Diakonie, Beratungsstellen, Bücherei , interkulturelles Familienzentrum, Kommune, muttersprachliche Gemeinden, Ewachsenenbildung

 

Pastoral

Asylcafe, Lebendiger Adventskalender mit vielen Partnern, Interkulturelle Woche, 72-Stunden-Aktion, Vesperkirche, gemeinsame Bildungsangebote, Jugendaktionen mit der Kommune, interreligiöser Dialog, Landesprojekt „Engagiert in BW“, Flüchtlingshilfe, unterschiedliche katholische Riten in der Gemeinde ausüben, Ökumene, WeltFairÄnderder, interreligiöse Pastoral, Quartiersentwicklung, Unterstützung von schwachen Schülern, Jugendkooperationen in Musik und Kunst, Mittagessen für Senioren in der katholischen Schule, spirituelle und liturgische Angebote für andere Institutionen/Vereine

 

Fazit

-       der Netzwerkgedanke führt die Kirche über sich selbst hinaus, interessante Partner kommen in den Blick und interessante/pastorale Projekte entstehen

-       der Impuls zur Vernetzung wird vielerorts aufgegriffen, die Strukturen stehen aber bisweilen im Weg

-       Wunsch nach Konkretion/Unterstützung

Kirchliche Orte beziehen sich auf den sozialen Raum

Kirchliche Orte haben die Lebenswirklichkeiten und Biographien der Menschen im Blick und gestalten Kirche für sie und mit ihnen. Kirchliche Orte nehmen den sozialen und natürlichen Raum in Blick, indem sie seine Besonderheiten, seine Strukturen und Einrichtungen wertschätzen und pastoral aufgreifen.

Die Lebenswirklichkeiten der Menschen, ihre Biographien und sozialen Räume sind die Orte, an denen das Evangelium fortgeschrieben wird, an denen die Chance seiner Verwirklichung ergriffen oder verpasst wird. Dabei prägen die sozialen Räume das Individuum, erhöhen seine Lebenschancen oder verringern sie. Daher ist der soziale Raum der Aktionsraum der kirchlichen Orte, sei es der geographische Raum der Seelsorgeeinheit, das Quartier der Quartiersseelsorge, der soziale Raum Krankenhaus in der Krankenhausseelsorge oder die sozialen Erfahrungen von Frauen in der Frauenseelsorge. Eine solide Kenntnis des individuellen und sozialen Lebens in der späten Moderne ermöglicht eine Pastoral, die sich am Menschen orientiert und auf seine berechtigten Bedürfnisse und sein spirituelles Suchen ausgerichtet ist. Eine Kirche, die sich auf den sozialen Raum bezieht, ist sozial nah, aber nicht unbedingt räumlich nah.

Kommentare aus Wandlung

(Doppelungen mit „vernetzt“: Orte und Partner)

Den Menschen in den Mittelpunkt stellen, nicht die Kirche

Dabei sein schauen, lernen, verstehen

Braucht Zeit und langen Atem – im Stellenplan nicht vorgesehen

Option für die Armen

Alte Strukturen überdenken, Altes weglassen

Sozialprojekte und Kooperationen

Kennen wir die Lebenswirklichkeiten der Menschen und wie können wir sie kennenlernen?

Stadt und Land – Fluktuation und Beständigkeit

Präsenz vor Ort wichtiger als Strukturen

Suchet die Armen der Stadt – Armut versteckt sich

Was ist der soziale Raum?

Kirche an den Rändern unserer Gesellschaft – wann ist dafür in all unserem Tun Zeit?

Muss konkretisiert werden, darf nicht Papier-Theorie bleiben

Wahrnehmen und emphatisch sein

Kirche muss aus sich herausgehen

Passt die Struktur Kirchengemeinde zum Sozialraum?

Kirchen- und Gemeinderäume für Partner/innen im sozialen Raum öffnen

Sozialräume bilden viel Potenzial für die Pastoral

Es braucht Ansprechpartner, Netzwerkerinnen, Multiplikatorinnen

Räume für Krabbelguppen, Mittagtisch Tafelladen spricht andere Personen an

Dienende Kirche – Grundprinzip des Evangeliums

Raus aus der Komfortzone

„sozial“ wird oft defizitär gehört

Offen sein für alle

Haben wir die Lebenswirklichkeiten der Menschen im Blick? (z.B. Behinderte)

Was bewegt die Menschen, worüber sprechen sie? – „die Menschen“ sind kein monolithischer Block

Kirche als Impulsgeber für die Bedürfnisse der Menschen

Wie sind wir Sauerteig in der Welt?

Sind wir offen/ansprechbar, die Anliegen im sozialen Raum wahrzunehmen und zu bearbeiten?

Quartiersentwicklung

Keimzelle Kindergarten

 

Fazit

-       Bereitschaft, sich für den sozialen Raum zu öffnen und (erste) Erfahrungen

-       zum sozialen Raum und den Lebenswirklichkeiten der Menschen gibt es mehr Fragen als Antworten

-       Bewusstsein wächst, aber es gibt noch eher wenig diesbezügliches know how und noch wenig Praxis

Kirche lebt von geistlichen Haltungen

Die geistlichen Haltungen prägen sowohl das Miteinander der Gläubigen als auch die Handlungen der Organisation. Sie sind inspiriert von den Haltungen Jesu, die in vielen biblischen Begegnungen erfahrbar werden. Die geistlichen Haltungen bilden die Praxis christlicher Spiritualität.

Der Ortswechsel des Konzils zum Menschen und zur Welt beinhaltet einen neuen Zugang zu geistlichen Haltungen. Sie werden zur Basis einer missionarisch-diakonischen Kirche. Es kommt beim kirchlichen Handeln oft nicht auf das „warum“ und „was“ an, sondern auf das „wozu“ und „wie“. Die Haltung zu Menschen, die zur Kirche kommen, entscheidet über die Glaubwürdigkeit des Evangeliums und der Kirche. Die Haltung zu Menschen, denen hauptamtlich Tätige und ehrenamtlich Engagierte an anderen Orten begegnen, ermöglicht einen Resonanzraum, in dem sich Menschen begegnen und Transzendenz erfahren können.

Die Haltungen, innerkirchlich gelebt, bewirken eine demütigere Kirche, die mit ihren eigenen Schwächen umzugehen lernt, und in der alle Mitglieder  Anerkennung erfahren.   

 

Kommentare aus Wandlung

Gebet als wichtige Quelle und Basis

Wertschätzung seitens aller kirchlichen Mitarbeiter/innen zentral

Die eigene Haltung prägt Alltag und Beruf

Den Menschen sehen

Gott kommt vor dem Missionar

Realität: viel Misstrauen

An Fehlhaltungen arbeiten

Haltungen sind wichtig für Veränderungsprozesse

Welche Haltung haben wir Menschen gegenüber, die ein Sakrament wünschen?

Wertschätzung stärken

Wie lerne ich diese geistlichen Haltungen?

Sind unsere geistlichen Haltungen erkennbar, sichtbar, spürbar?

Gibt es Grenzen geistlicher Haltungen?

Leitet die Kirche geistlich?

Wir sind das Evangelium, das die Menschen lesen

Ohne innere Haltung keine Wandlung

Sind der Kern des Glaubens

Selbstbestimmtes Leben und Glauben akzeptieren, wertschätzen und begleiten

Das Lassen fällt schwer.

Wo geistliche Haltungen spürbar werden, da wird Christsein wach und lebendig

In jedem Menschen Christus entdecken

In Gemeinden geht es oft anders zu – was passiert, wenn sie dort nicht gelebt werden, wer fordert die Haltungen ein?

Welche Haltungen? – es gibt viele

Lesen lernen der geistgewirkten Zeichen als Schlüsselqualifikation

In welcher Haltung wir unsere Arbeit machen, zeigt den Menschen, wie wir glauben!

Geistliche Haltung hat etwas mit einem Geist zu tun, der in einer Gemeinde „herrscht“

Wieviel „Dienstleister“ sind wir?

Das geistliche Leben ist entscheidend

Mehr erfahrbar machen von der Gnade durch eine aufrichte Feier der Sakramente

Körper – Geist – Seele: ganzheitlich, der Leib kommt oft zu kurz

Aus der Beziehung zu Gott fließt die Sehnsucht zu einer Haltung: das braucht Zeit!

 

benannte Haltungen (Haltungshandeln)

Wertschätzung, ermutigen, trösten, offen sein, Zutrauen, beteiligen, Berührbarkeit, Verletzbarkeit

 

Pastorale Handlungsfelder

Niederschwellige Angebote machen, um Menschen nicht zu überfordern, Kirche als Arbeitgeber – sind da die Haltungen spürbar?, Zutrauen statt einer defizitären Haltung gegenüber Kasualienfrommen, Krankensalbung, Segnungen an biographischen Übergängen, Schule, Kita, Spiritueller Parcours durch die Kirche

 

Fazit

-       Haltungen spielen für die Glaubwürdigkeit eine große Rolle, sie müssen daher von anderen wahrgenommen und erfahren werden können

-       eine gewisse Unsicherheit ist spürbar (im Blick auf die Operationalisierbarkeit, das Erlernen, die „richtigen“ Haltungen, die Grenzen)

-       Lesen der Zeichen der Zeit als Schlüsselqualifikation

Kirche lebt aus ihrer Mitte: dem Evangelium

Das Evangelium ist Mitte und Auftrag der Kirche und aller Christ/innen. Der Blickwechsel besteht darin, das lebendige Evangelium in der Welt und unter den Menschen zu entdecken, es in Wort und Tat zu teilen und es zeichenhaft in den Sakramenten zu feiern.

Pastoral beschreibt Rainer Bucher als „die kreative Konfrontation von Evangelium und Existenz“. Das Evangelium gibt mehr zu sehen (öffnende Funktion), ermöglicht, Erfahrungen zu symbolisieren (symbolisierende Funktion), hilft,  Erfahrungen zu verstehen und einzuordnen (deutende Funktion) und bietet die Chance, Erfahrungen zu transformieren, sich von ihnen herausfordern zu lassen und an ihnen zu wachsen (kreative Funktion). Dadurch wird aus dem Evangelium des Buches ein Evangelium des Lebens. Seine Spur lässt sich im Leben finden und fortschreiben, Leben und Evangelium beziehen sich jeweils kreativ aufeinander.

Zugänge sind:

-       Was sehe ich mehr, wenn ich die/meine aktuelle Situation mit den Augen des Evangeliums wahrnehme? Was kann ich darin über das Evangelium und über mich/die Welt neu entdecken? (öffnende Funktion)

-       Welches Symbol hält die christliche Tradition bereit, um m/eine Erfahrung für mich und für andere sichtbar zu machen? (symbolisierende Funktion)

-       Welche Erfahrungen bietet mir das Evangelium, mit denen ich meine/aktuelle Erfahrungen besser verstehen oder in einen Zusammenhang einordnen kann? (deutende Funktion -Sinnüberschuss des Evangeliums)

-       Wo fordert mich/uns das Evangelium heraus, über uns/mich hinauszuwachsen, eine Situation zu kritisieren und kreativ zu verändern? (kreative Funktion)

Die enge Verbindung von Evangelium und Existenz entspricht der Zusammengehörigkeit von Mission und Diakonie.

Kommentare aus Wandlung

Wie mache ich die Mitte schmackhaft?

Wann machen wir ernst mit dieser Mitte?

Entdecken – beim Namen nennen – teilen

Kam im Prozess zu kurz

Schriftrolle sehr positiv

Wünschenswert wären mehr biblische Kenntnisse

Wir haben die Mitte verloren!?

Werden wir wirklich evangelisch? – hoffentlich

Früher zu starke Betonung der Eucharistie! – Kommentar: früher?

Hören auf Gott – beim Bibel-Teilen spricht der Geist Gottes durch jeden

Evangelium entdecken oder Reich Gottes entdecken – welche Formulierung ist die bessere?

Das Evangelium gibt alles, was wir brauchen

Was ist Evangelium? – Kommentar: Das Evangelium ist Quelle und Movens = Motivation und Sehanweisung (Brille), mit der ich die Welt und die Menschen sehe und verstehe

Evangelium verinnerlichen

Evangelium soll in der Mitte unserer Betrachtungen stehen – auch mit den Unklarheiten, Provokationen und Fragen

Frohe Botschaft bei den Menschen entdecken – Christus entdecken

Gottes Geschichte mit uns heute wahrnehmen, den handelnden Gott entdecken und mit ihm mitarbeiten

Im Licht des Evangeliums Gott in dieser Welt lesen

Kirche sollte zuerst selbst das Evangelium leben

Hilft, sich nicht im Vielerlei zu verlieren

Menschen leben innerhalb und außerhalb der Kirche das Evangelium

Als frohe Botschaft verkünden

Das Leben (fünftes Evangelium) mit dem geschriebenen Evangelium verbinden

Ich erlebe Gemeinden oft glaubensarm – wo wird Glaube außerhalb des Gottesdienstes geteilt?

Schrift für viele unzugänglich – wie können wir Zugänge eröffnen?

Evangelium ist die Grundlage der Eucharistie

Wir feiern die Sakramente, aber was bleibt danach – Kommentar: das können wir getrost dem Heiligen Geist überlassen

Von Freikirchen lernen: den Glauben ins Wort bringen, frei beten

Das ist doch das Zentrum; das ist unser Quellgrund, ohne den es nicht geht

Das Evangelium ist keine Sache, sondern ein DU, Christus

Gott im persönlichen Leben entdecken

„Wir brauchen eine Selbstvergewisserung im Glauben. Welcher Glaube braucht ein Christ in einer Wohlstandsgesellschaft des 21. Jhdt.“

Regelmäßiges Bibellesen in Gruppen zeigt Wirkung: Vision und Perspektiven

 

Pastoral

Ignatianische Bibelbetrachtung, biblische Zusatzbausteine für Firmlinge, Predigt-Blog, Bibel-Teilen, Exerzitien im Alltag, Sternsinger, Bibellesenacht, Schriftrolle, Leseprojekt Apostelgeschichte, Sakramente feiern, im Familiengottesdienstteam erst dem Leben der Frauen Raum geben, Kinderbibeltage, Bibliodrama wird vermisst, Alphakurse, Hauskreise

Bibel-Teilen stirbt aus oder muss neu erfunden werden

 

Fazit

-       Hohe Wertschätzung für das Evangelium als Mitte, aber gleichzeitig Ratlosigkeit, wie neue Zugänge eröffnet werden können

-       Wie können Leben und Evangelium zusammenkommen, wenn das Leben nicht der Aneignungs-, sondern der Ereignisort ist?

-       Es werden zwar viele Formen benannt, aber einige sind am Aussterben

Christus versammelt und sendet Zeugen und Zeuginnen

Alle Christen und Christinnen sind zu Zeugen und Zeuginnen des Evangeliums berufen. Sie sind gesendet, den Glauben zu leben und zu kommunizieren. Die Sammlung folgt aus der Sendung.

Das Konzil lehrt eine „zweiheitliche Gesamtekklesiologie“ (Christian Bauer),

nämlich Kirche in der Welt von heute,

Kirche als Sammlung und Sendung,

Gemeinschaft (communio) und Dienst (ministratio),

Zeichen und Werkzeug.

Diese Zweiheitlichkeit gilt es neu zu etablieren und dabei bisherige Einseitigkeiten zu überwinden. Die beiden Pole sind so aufeinander bezogen, dass es das eine ohne das andere nicht gibt, der eine Pol aber im Dienst des anderen steht: Kirche im Dienst der Welt, die Sammlung nicht als Selbstzweck, sondern um der Sendung willen, die Gemeinschaft nicht als abgeschlossene Gruppe, sondern immer schon über sich hinaus für den Dienst an allen Menschen, auch das Zeichen nicht um seiner selbst willen, sondern um zu bezeichnen, was in der Tat (Werkzeug) in und außerhalb der Kirche als Heil geschieht.

In der Person des Zeugen, der Zeugin bekommt dieses zweiheitliche Kirchesein ein Gestalt. Nicht allererst in Gebäuden, nicht in Strukturen und nicht in Rollen wird Christus erfahrbar, sondern in den Menschen, in deren Gesicht der/die Zeuge/in Christus erkennt.   

Kommentare aus Wandlung

Zeugnis = was führt mich wirklich zum Leben?

Mit anderen unterwegs sein, auf Augenhöhe gemeinsam suchen

Zeuginnen werden an entscheidender Stelle verhindert – Gott beruft Frauen und Männer

Kreative Räume und Formen schaffen, wo Zeugen/innen sich austauschen und bestärken können

Wie fähig sind wir, über unseren Glauben zu sprechen?

Diskussion um Sammlung und Sendung:

Auch umgekehrt: die Sendung folgt aus der inneren Sammlung

Die Sendung folgt aus der Sammlung

  Sammlung folgt aus der Sendung – Satz ist super, Satz gefällt mir nicht

  Mehr Sammlung nötig

  Was ist primär, was sekundär?

Engagement aller = Allgemeines Priestertum (Folge des Personalmangels)

Sonntagschristentum durchbrechen – aus Christen Jünger machen

Im Alltag

Viele leben den Glauben überzeugend, aber ihn zu kommunizieren fällt schwer

Das Kerngeschäft!

Wanted!

Zeugnis zerschellt an Blockaden, Strukturen, Widerständen und Skandalen

Neue Helden = Erstkommunion- und Firmeltern

Ursprüngliche Berufung leben

Jede/r ist Zeuge/in

Es ist noch ein weiter Weg, bis die Pfarreizentriertheit bei den Leuten und bei Pfarrern überwunden ist

Wer sendet? Und wen?

Jeder ist zum Zeugnis befähigt

Viele sind unsicher, ob sie das dürfen – Professionalisierung erzieht zu Unsicherheit und Unselbständigkeit

Zeugnis = mich zeigen

Schaffen wir die Übersetzung, dass wir verstanden werden?

Zeugen müssen wissen, was sie bezeugen – keine spirituelle Sprachfähigkeit vorhanden

Wo und wie wird die Berufung aller gewürdigt, anerkannt und beauftragt?

Raus, kein Rückzug

Persönliche Begegnung durch nichts zu ersetzen

Authentisch sein

Zeugen gibt es bei Freikirchen, Buddhisten und Freikirchen geben Zeugnis und wir sind sprachlos

Wann reden wir über unseren tiefsten Glauben?

Glauben teilen – aber Respekt vor dem Glauben der anderen – kein Glaube ist der richtige

Lydia: Gemeindeleiterin, Evangelistin, Diakonin

Oder habt ihr den Glauben unüberlegt angenommen

Getauft = Christ?

Wären Hauskreise nicht die bessere Struktur als Kirchengemeinden?

„Bezeuge das Evangelium. Wenn nötig, benutze dafür Worte“ (Papst Franziskus).

Wenn das geschieht, brauchen wir alles andere nicht.

Was heißt Zeuge sein konkret?

Ein persönliches Zeugnis höre ich in unseren Kirchengemeinde/der Diözese selten

Es geht mehr um das Zeugnis des Lebens

zentral für die Kirchenentwicklung, wir brauchen mehr „Burner“

Glaube ist viel einfacher und Zeugnis geben auch (als hier formuliert)

Zeugnis in der Welt, nicht in der Gemeinde

 

 

 

Pastorale Praxis

Menschen von hier (Dekanat Balingen), Alphakurse (ein Versuch)

 

Fazit

-       Das Zueinander von Zeugnis des Lebens und Zeugnis in Worten wird bedacht.

-       Thema ist attraktiv, bewirkt aber auch Unsicherheit.  

-       Über das Zueinander von Sammlung und Sendung wird schön gestritten.

Kirche gestaltet Partizipation als Grundprinzip und als Gestaltungsprinzip

Partizipation ist Grundprinzip der Kirche, weil jeder Mensch teilhat am göttlichen Leben und jeder Getaufte teilhat an den Ämtern Christi.

Partizipation ist Gestaltungsprinzip der Kirche, indem Beteiligung auf allen Ebenen ermöglicht wird.

Das Konzil „bekennt daher die hohe Berufung des Menschen, sie erklärt, dass etwas wie ein göttlicher Same in ihn eingesenkt ist“ (GS  3). Jeder Mensch hat teil (participere) am göttlichen Leben, er partizipiert an der „innigsten Vereinigung zwischen Gott und den Menschen und der Menschen untereinander“ (LG 1). Diese Teilhabe am Prinzip Kirche als Zeichen und Werkzeug begründet die prinzipielle Möglichkeit zur Partizipation an der konkreten Gestaltung von Kirche. Die Partizipation als Gestaltungsprinzip realisiert sich, indem Leitung auf allen Ebenen Partizipation ermöglicht und unterschiedliche Formen der Partizipation anbietet: von Information über Meinung erfragen, Lebensweltexpertise einholen bis zu Gestaltungsspielraum oder Gestaltungsfreiheit innerhalb eines vorgegebenen Rahmens bis zu Entscheidungsmacht über diesen Rahmen.

Differenzierte Möglichkeiten der Partizipation auf allen Stufen und Ebenen sind entscheidend für die Zukunft von Kirchengemeinderäten/Pastoralräten und von vielen einzelnen Handlungen innerhalb vieler kirchlicher Orte. 

 

Kommentare aus Wandlung

Völlig richtig, aber …

Guter Anspruch, selten eingelöst

Spielräume der neuen KGO nutzen!

Forderungsstau aus dem Jugendforum

Partizipation für Frauen strukturell eingeschränkt

Kann Partizipation in hierarchischen Strukturen stattfinden?

Im Jugendbereich konstitutiv

Ist das gewollt?

Darf ich das/kann ich das? – traut man den Ehrenamtlichen?

Auftrag jedes Christen – sollte deutlicher vermittelt werden

Enttäuschungen da

Wie werden Ehrenamtliche fit gemacht?

Machtverlust kann bereichern – in der Gemeinde wie in der Liturgie

Anfragen, ob es Partizipation in dieser Kirche gibt/geben kann / Anfrage an die Formulierung „auf allen Ebenen“ (Beteiligt das BO uns?)

Gelingt auf horizontaler Ebene

Muss theologisch gesehen werden

Braucht Zeit und lässt sich nicht verordnen

Frage nach der Demokratie in der Kirche

Partizipation – wollen – müssen – dürfen?

Ist das ernst gemeint? – Zeit wird’s!

Abschaffung von Klerikalismus – Beteiligung der Frauen, auch an den Ämtern

Vom Leiter zum Begleiter

Steht nur auf dem Papier

Nicht für Frauen / Frauenfrage entscheidend

Verhindert, dass die Kirche auf den heiligen Rest zusammenschrumpft

Mitgestalten und mitentscheiden

Was ist, wenn keiner mehr partizipieren möchte?

…und wieviele Menschen schließen wir noch ständig aus?

Begabungen zulassen, Ideen nicht einschlafen lassen

Wie wirkt sich die Teilhabe an den Ämtern Christi aus? Was ist erlaubt … ?

„Gestaltungsprinzip“ versteht keiner

Das Wort Partizipation nicht gebräuchlich

Was ist verhandelbar, was nicht?

Überforderung der Ehrenamtlichen

Von kirchlicher Jugendarbeit lernen

Partizipation heißt nicht, ich übernehme einen Job, sondern ich lebe meinen Glauben im Alltag

Das Bewusstsein „Ich bin Kirche“ ist schon Partizipation

Viele Gemeinde(n)/-strukturen machen Partizipation schwer

participatio actuosa – tägige Teilnahme (SC 14)

Was trauen die Verantwortungsträger anderen zu? – Reaktion: Verantwortungsstruktur beachten gehört immer dazu!

Nachfolge geht nur partizipativ

Für Frauen gilt das nicht, es ist eine Katastrophe, für Frauen ist diese Formulierung eine Frechheit

Ich erlebe das nicht

Eine schöne wunderbare Vision

Es braucht die WENDE

 

Fazit

-       Viele Formulierungen drücken Skepsis aus – die Option wird befürwortet, aber nicht geglaubt, es gibt aber auch die Anfrage, ob Menschen (noch) partizipieren wollen

-       wird teilweise sehr grundlegend verstanden (Grundprinzip!)

-       Herausforderungen sind das Lernen von Partizipation, das konkrete Gestalten und die Grenzen von Partizipation

Hauptamtlich Tätige und ehrenamtlich Engagierte ermöglichen

Hauptamtlich Tätige und ehrenamtlich Engagierte ermöglichen Christsein. Hauptamtlich Tätige haben dabei eine doppelte Verantwortung: sie unterstützen Ehrenamtliche (Ermöglichen ermöglichen) und sie sorgen dafür, dass die Organisation als Ganze den Rahmen bietet, christliches Leben und Zeugnis zu ermöglichen und freizugeben.

„Denn das Ziel des Christseins ist nicht die Bildung von Kirche; sondern das Ziel von Kirche ist die Entwicklung von Christsein“ (Matthias Sellmann).

Christsein ermöglichen heißt, Christen/innen zu unterstützen, als Christen/innen zu leben, den Alltag, die sozialen Bezüge und die Gesellschaft christlich zu gestalten. Christsein ermöglichen heißt auch, Christen/innen zu begleiten, ihren persönlichen Glauben und ihre je eigene Beziehung zur Organisation der Kirche zu entwickeln.

Hauptamtlich Tätige haben zusätzlich die Aufgabe, Ermöglichen zu ermöglichen, d.h. einerseits Ehrenamtliche anzuleiten, dass sie Christen/innen in ihrem Christsein unterstützen können, und andererseits die Kirche als Organisation so zu entwickeln, dass sie den geeigneten Rahmen für diese Aufgabe zur Verfügung stellt und so verändert, dass er auch in Zukunft dieser Aufgabe dient.  

Kommentare aus Wandlung

Gibt es noch Ehrenamtliche?

Immer weniger wollen mittun

Neues Ehrenamt: Projekte, freie Einteilung, Gestaltungsfreiheit

Ehrenamt lebensnotwendig

Ehrenamt braucht gute Absprachen, auch Fürsorge, dass kein Hauptjob daraus wird, Befähigung, Wertschätzung

Rahmen bieten – Rücken freihalten

Viele Hauptamtliche benötigen Schulungen, dass sie Ermöglicher werden

Verantwortung übernehmen von EA – gewünscht oder geduldet?

Ambivalenz HA – EA: Angst, Konkurrenz

Ohne gegenseitige Wertschätzung geht es nicht

Gibt es eine innere Verantwortlichkeit der Getauften zum EA?

Transparenz und Kommunikation wichtig, ebenso Vertrauen, Zutrauen

Brauchen EA die HA als Ermöglicher?

Hohe Erwartungshaltung der EA

Neue Ehrenamtskultur wird gebraucht

Die Kirche von morgen ist eine „Ehrenamtlichenkirche“

Aufgaben, die erledigt werden müssen versus ermöglichen

Ermächtigung

Alleskönner?

Ehrenamtliche brauchen viel Unterstützung und Zeit – das bei weniger Stellen!

Wenn wir diese Idee transportieren, entstehen Initiativen

Achtsam mit den Rollen umgehen

Charisma sehen, Räume schaffen

Ehrenamtliche tun sich schwer, dass Entwicklung von Christsein nicht Gemeindebindung heißt

Ehrenamtliche ernstnehmen – eigenständige Bereiche ermöglichen

Leitung muss das ermöglichen

EA und HA in Spannung, aber aufeinander verwiesen und angewiesen

Zustimmung, aber Überforderung auf beiden Seiten

Immer weniger EA

Sprache unverständlich

Freigebend: mit Zutrauen und Vertrauen, wenige können nicht alles tun

Sich in den Dienst der Ehrenamtlichen stellen

Zulassen, ausprobieren, statt erzwingen, festhalten

Freigebend versus an Selbsterhaltung klammern

Strukturen zurücklassen

Was wollen wir machen, was wollen wir lassen.

Zu wenig Personal  - und immer noch weniger

Wenn man/frau tut, was man/frau kann, werden alle satt!

Noch schöne Vision

Weder Ehrenamtliche machen lassen noch sich ständig einmischen

Hauptberufliche: Interesse zeigen, begleiten coachen, erreichbar sein

 

Fazit

-       Fokus der Reaktionen liegt auf den Ehrenamtlichen und auf dem Zueinander von Ehren- und Hauptamtlichen

-       das neue Ehrenamt wird gesehen

-       Haltungen sind zentral

Kirche setzt auf Innovation

Komplexe Situationen erfordern, dass Bewährtes anders und Neues probiert wird. Dabei bedarf es einer Kultur der Fehlerfreundlichkeit und des Mutes. Es muss und kann nicht alles gelingen. Vielmehr wird eine Idee in kleinen Schritten getestet. Wichtig sind Spielraum für Partizipation, neue Denkräume, Überarbeitung und Weiterentwicklung.

Kirchenentwicklung ist nur möglich, wenn es Spielräume gibt für Neues. Kirchenentwicklung ist eine Einladung zum Experiment, zum Ausprobieren, Evaluieren und Weiterentwickeln.

Bewährtes soll erhalten bleiben, aber  was sich überlebt hat, soll auch sterben dürfen oder muss aktiv beendet werden. Nur wenn Überkommenes aufgegeben wird, entsteht Freiraum für Erprobungen.

In den pastoralen Berufen müssen 10% des Stellenumfangs für Neues reserviert werden. Dazu muss manches gelassen, manches aber auch nur komprimierter und effektiver durchgeführt werden. Wichtig ist der Mut zur Lücke, denn es sind immer mehr Ideen denkbar als umsetzbar. Eine wichtige Frage ist daher, ob die neue Idee der Kirchenentwicklung dient oder zu sehr im Bisherigen verharrrt.

Es bedarf einer Willkommenskultur für Menschen, die neue Ideen einbringen und ausprobieren wollen, nämlich sie zu ermutigen, zu unterstützen und gegebenenfalls zu beraten.

Kommentare aus Wandlung

Innovation klappt außerhalb der SE-Struktur besser

Mut auszuprobieren, auch bei Gegenwind

Innovation braucht Zeit, aber auch Spontaneität

Ideen fördern und unterstützen

Innovation braucht Störung der Routine – muss Rahmen sprengen dürfen

Raum und Zeit für Innovation?

Innovationen an den unterschiedlichen Bedürfnissen ausrichten

Begeisterung ist Grundvoraussetzung

Widerstände (bei anderen) vorhanden

Ziele müssen klar sein

Viele gute Ideen werden gebremst mit der Frage: Wer macht das weiter, wenn Sie weg sind?

Mut zur Lücke

Paradox Kirche und Innovation

Innovation – ein anderer Name für Dich, Heiliger Geist

Gewünscht?

Scheitern als Chance

Wo gibt es in der Kirche Fehlerfreundlichkeit?

Schwer, da an Altbewährtem festgehalten wird

Altes und Neues aus dem Reich-Gottes-Schatz

Traditionen neu beleben

Schutzraum für Gründer/innen

Lust – Mut –Kampfgeist – Risiko (werden gebraucht und sind da)

Braucht Ressourcen – Freiräume – was lassen wir sein?

Wir haben den Luxus, Ideen auszuprobieren

Innovation ist stärker als die Angst

Deckel von oben?

Gut – falls Menschen überhaupt noch wollen

Neue Wege zählen, ohne unseren Quellgrund zu vergessen

„Wir wissen, was wir tun, wir wissen aber nicht genau, wohin es geht!“

Die Ursprungsgeschichten und die Liturgie wieder erschließen

Wir machen es eigentlich immer so wie gestern …

Kann man den Gemeinden Innovation verordnen?

 

Beispiele (bzw. Wünsche)

Brot am Haken, Literatur am Haken, neue liturgische Formen, Sterbesegen, Cafe für alle, Event: Ist der Glaube spürbar?, Einfach Essen, Stühle aus der Kirche räumen, Schlag 12, Gruß an trauernde Angehörige (Weihnachtsstern), Beamer im GD, HomeBase, Pilgerwege, Kunst, Musik, Digital, 40 Tage – 40 Worte, neue Lieder, neue Musik, lebendiger Adventskalender, HdKK, Menschen über Stimmungen, Emotionen, Bilder, Kunst, etc. ansprechen, Waldweihnacht, Gemeindeprozesse nach Bürgerbeteiligungsmodellen gestalten, neue Sprache in der Liturgie, neue Formen in der Liturgie entdecken, Maria 2.0

 

Fazit                         

-       Die Plakate zur Innovation spiegeln mehrheitlich eine positive Stimmung, Innovation lockt, es werden Ideen genannt und Wünsche geäußert, wo überall Innovation gebraucht wird.

-       Es gibt aber auch Anfragen (Zeit? Gewünscht?) und Befürchtungen (Bremse?)

Übergreifende Fragen

-       Wie entwickelt sich die Sozialgestalt von Kirche in Zukunft?

-       Sprechen wir so, dass die Menschen uns verstehen?

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Optionen als Download.

 

Die Optionen können an einem kirchlichen Ort nicht alle auf einmal umgesetzt werden. Man darf Schwerpunkte setzen und in einzelnen Handlungsfeldern testen, welche Option im eigenen Kontext besonders geeignet ist. Die Situation in der Diözese ist plural und ungleichzeitig. Die Optionen sind flexibel genug, um dieser unterschiedlichen Situation gerecht zu werden.

 

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