NEUE FORMEN VON KIRCHE-SEIN

Kirche geht die Wand hoch

Entdecken und erleben Sie einen überraschend anderen Ort.

      

Die Methodistische Gemeinde hat ihre Christuskirche in eine 220 m²  große Kletteranlage umgebaut. Im Gespräch mit Pastor Bernd Schwenkschuster hören Sie von Kirche an einem anderen Ort. Im Anschluss besteht die Möglichkeit für alle, die noch Lust haben, zu bouldern und zu klettern.

 

... hier geht's zum Flyer

Denklabor in Stuttgart St. Nikolaus

Im Denklabor soll die Jugend- und Gemeindekirche entwickelt werden

In der Nikolausgemeinde hat ein Beteiligungsprozess begonnen

  In der Kirche St. Nikolaus im Stuttgarter Osten haben junge Erwachsene einen kleineren Umbau vorgenommen: ein Teil der Kirchenbänke ist aus-, dafür ein Denklabor eingebaut. St. Nikolaus soll zu einer Jugend- und Gemeindekirche werden. Wie die Kirche auf lange Sicht aussehen soll, darüber werden sich in den nächsten Monaten interessierte Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Stuttgart sowie die Gemeindemitglieder von St. Nikolaus Gedanken machen. Sie sind eingeladen, ihre Ideen in einen moderierten Beteiligungsprozess einzubringen. Im ersten Schritt werden Ideen und Anregungen gesammelt, die dann in einem zweiten Schritt in der Kirche ein Jahr lang in der Praxis konkret ausprobiert werden sollen.   

Beim Bauworkshop haben die Jugendlichen Ärmel hochgekrempelt und angepackt: In sechs Tagen wurden acht Kirchenbankreihen abmontiert und rausgetragen. An deren Stelle ist direkt am Eingang der Nikolauskirche ein Denklabor entstanden. Dahinter verbirgt sich eine multifunktionale Infobox, die die Jugendlichen und die Gemeindemitglieder selbst zusammengebaut haben. Die Infobox lässt sich flexibel einsetzen: es gibt Tische und Bänke für Workshops, Ausstellungswände sowie eine Projektionsfläche für Filme und Präsentationen. Jeder, der in die Kirche sieht sofort: hier passiert etwas Neues. In dem Denklabor werden alle Ideen gesammelt und ausgestellt – und können dort auch gleich kommentiert werden. 

Mit angepackt hat Felix Mühlbauer aus Zuffenhausen. Der 25-jährige Student engagiert sich seit fast zehn Jahren in der katholischen Jugendarbeit in Stammheim und freut sich jetzt auf den stadtweiten Beteiligungsprozess und die Aussicht auf eine Jugend- und Gemeindekirche im Stuttgarter Osten. „Das ist ein spannender Prozess und eine coole Möglichkeit, megakreativ zu werden und eine Kirche anders zu denken. Es ist etwas Großes, bei dem wir Jugendliche mitwirken können, etwas, das Bestand haben wird.“ Er sieht auch der Kooperation mit der Gemeinde offen und optimistisch entgegen. „Natürlich wird es an der ein oder anderen Stelle Interessenunterschiede geben, aber wir werden sicher Kompromisse finden, mit denen beide Seiten zufrieden sind.“

 Darauf setzt auch Martin Boßmann, der seit drei Jahren im Kirchengemeinderat von St. Nikolaus ist und der sich seitens der Gemeinde beteiligt. „Es kommen verschiedene Generationen mit ihren Vorstellungen von Kirche zusammen. Da wird es an der ein oder anderen Stelle ruckeln, aber beide Seiten werden profitieren.“ Für den 38-jährigen Architekten ist das Projekt eine enorme Chance für die Gemeinde. „Wir haben in St. Nikolaus nur mehr wenige Jugendliche. Umso wichtiger ist es, das Jugendpastorale Zentrum YouCh bei uns zu haben.“ Aus seiner Sicht ist es gut, dass die Nikolauskirche für die Gemeinde saniert wird, mit der Jugendkirche aber auch eine zusätzliche Nutzung bekommen wird. 

Das Denklabor in der Kirche wurde am Gründonnerstag offiziell eröffnet. Dies war der Auftakt für einen längeren Prozess, den das Architekturbüro „Studio Prinzmetal“ begleitet und moderiert. In den nächsten Wochen werden drei für alle Interessierten offene Workshops angeboten. Die dabei entstehenden Ideen und Visionen  sollen dann im Denklabor in der Nikolauskirche und beim Gemeindefest am 24. Juni als Ausstellung gezeigt werden. Auf dieser Grundlage wird dann das Architekturbüro ab Juli Konzepte entwerfen und Raummodule entwickeln, die es ermöglichen, möglichst viele der Ideen dann auch tatsächlich in der Nikolauskirche auszuprobieren. 

 

Im Januar nächsten Jahres soll die Kirche für eine einjährige Experimentierphase in kleinerem Umfang so umgebaut werden, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von Ostern 2019 bis Pfingsten 2020 unterschiedliche Gottesdienstformen und Angebote in der Kirche ausprobieren können. Die Kirche wird in dieser Zeit aber immer auch Gottesdienstort der Gemeinde bleiben. Erst nach diesem Jahr des Ausprobierens und Experimentierens soll dann der eigentliche Umbau zur Jugend- und Gemeindekirche mit einem Architektenwettbewerb angegangen werden. 

 

In der Gemeinde St. Nikolaus ist schon jetzt das Jugendpastorale Zentrum YouCh angesiedelt, nur ein paar Meter von der Kirche entfernt in der Landhausstraße 67. Die Jugendlichen und die Hauptamtlichen tragen den Beteiligungsprozess maßgeblich mit. 

 

... und so sieht der Flyer aus.

Aufbruch zu eine rneuen Form von Kirche

 

Aktionsgemeinschaft Rottenburg beschäftigt sich mit dem „Petrus-Weg“

 Eine neue Gestalt von Kirche versucht die Pfarrei St. Petrus in Bonn zu verwirklichen. Darüber berichteten Pfr. Raimund Blanke und Pfr. i. R. Peter Adolf bei der Hauptversammlung der Aktionsgemeinschaft Rottenburg (AGR) in Wendlingen. Die AGR-Mitglieder erfuhren dabei, wie die Bonner Pfarrgemeinde in einem mehrjährigen Prozess in Anlehnung an die Erfahrungen der Erzdiözese Poitiers in Frankreich den „Petrus-Weg“ als ihr Pastoralkonzept entwickelt hat. Die Nähe zu den Menschen und die Freude am Evangelium gehören zu dessen wesentlichen Kennzeichen, ebenso wie eine „Kultur des Rufens und des Vertrauens“.

Getragen von der Überzeugung, dass allen Getauften eine Berufung zu eigen ist, werden für mehrere überschaubare Bereiche („Gemeinden“) je vier Berufene und ein Moderator für eine „Equipe“ gerufen und in einer Feier für die Dauer von drei bis maximal sechs Jahren gesendet. Sie stehen ein für die Grundvollzüge der Kirche vor Ort, die in Bonn so beschrieben werden: Begegnung und Gastfreundschaft, Begegnung mit den Armen, Wege in den Glauben, Gebet und Gottesdienst. Die beiden Pfarrer schilderten, wie sie dieses Konzept konkret umsetzen und wie sich dies auf das Verständnis von Leitung und auf das Priesterbild, aber auch Kirchenbild auswirkt.

In der Diskussion mit den Teilnehmern der Hauptversammlung kamen weitere Themen zur Sprache wie die Rolle der Pfarrei, zu der die Gemeinden gehören, die Bedeutung der Eucharistiefeier oder die Frage nach der Kontinuität bei einem regelmäßigen Wechsel der „Equipe“. Zudem wurde gefragt, welche Impulse dieses Konzept für den pastoralen Entwicklungsweg der Diözese Rottenburg-Stuttgart geben kann. Hier wurde die Bedeutung der kleinen Gemeinschaften in großen Pfarreien genannt ebenso wie die geistliche Dimension, die den „Petrus-Weg“ kennzeichnet. Wie der „Petrus-Weg“ mit dem so genannten „Lobinger-Modell“ (Team-Priester in Gemeinden) zusammenpasst, wurde ebenso beleuchtet.

 Die Mitglieder der AGR beschlossen bei der Hauptversammlung, sich mit einem „Zwischenruf“ zum pastoralen Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten“ zu Wort zu melden. Eine Umfrage, die die AGR durchgeführt hat, zeigt einen deutlichen Wunsch nach mehr Transparenz, was die Verantwortlichen und die Ziele dieses Prozesses angeht. Zudem bedarf es nach Meinung der AGR-Mitglieder einer besseren Feedback-Kultur im Rahmen dieses Prozesses. Auch wünschen viele, dass ausgeklammerte Themen wie die Frage nach den Zugangswegen zum kirchlichen Amt und die Stellenplanung der Diözese offen und transparent behandelt werden.

 (Klaus Kempter)

AM 21. OKTOBER 2017 FAND IN ROTTENBURG DER ZWEITE DIÖZESANE EHRENAMTSKONGRESS UNTER DEM MOTTO „EHRENAMT VERBINDET“ STATT.

ÜBER 450 TEILNEHMENDE BEGEISTERTEN SICH FÜR NEUE IMPULSE ZUR WEITERENTWICKLUNG DES EHRENAMTS IN KIRCHE UND GESELLSCHAFT.

Nach Beobachtung kirchlicher Fachleute erfordert es immer mehr Kreativität seitens karitativer Organisationen, Menschen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen. Ehrenamtliche Tätigkeit sei in den vergangenen Jahren zunehmend vielgestaltiger und vielfältiger geworden, hieß es bei einem von der Diözese Rottenburg-Stuttgart veranstalteten Kongress „Ehrenamt verbindet“ am Samstag in Rottenburg mit 450 Teilnehmern. 

Übereinstimmend wurde gefordert, Ehrenamtlichen mehr Anerkennung und Respekt zu zeigen. Sie bräuchten zudem verlässliche Rahmenbedingungen und Möglichkeiten, ihr Engagement mit kompetenter Begleitung zu reflektieren.

Im kommenden Jahr richtet die Diözese Rottenburg-Stuttgart zehn Stellen für sogenannte Ehrenamtskoordinatoren ein, die freiwilliges Engagement vernetzen und weiterentwickeln sollen.

 

MEHR von allem (Bild & Text & Dokumentaion: http://www.ehrenamt-verbindet.de/ehrenamtskongress2017

Fotos: angelika-kamlage.de/drs

FRESH-X - Inspriationstag 2017

Am 03. Oktober 2017 veranstaltete das Netzwerk Fresh X Württemberg einen Inspirationstag ins Schwäbisch Gmünd.

Bei FRESH-X versammeln sich Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen, die sich davon inspirieren lassen, wie Gottes Reich mitten im Leben wächst und was ökumenisch möglich ist.

FRESH-X zeigt wie der Weg von der Inspiration zur Innovation geht, will experimentieren statt ewig konzipieren.

Und wer mit FRESH-X neue Wege von Gemeinschaft startet, ist bereit sich von Gott überraschen zu lassen, ihn mitten im im Leben zu entdecken.

HIER geht's zur Visualisierung. (lohnt sich!!!)

Mit dabei waren u.a. Dr. Steven Croft, Bischof von Oxford, 2004 – 2008 Leiter der Kommission für Fresh X in Großbritannien und
Florian Sobetzko, Gemeindegründer und pastoraler Innovationsforscher am ZAP

 

Netzwerk Fresh X Württemberg: Churchconvention, CVJM Württemberg, Die Apis, Christliches Gästezentrum Schönblick, Diözese Rottenburg-Stuttgart, Evang. Jugendpfarramt, Evang. Jugendwerk in Württemberg, Evang. Landeskirche in Württemberg, Evang.-methodistische Kirche, Milieu- und Lebensweltforschung, Missionarische Dienste, Süddeutscher Gemeinschaftsverband, Theologische Hochschule Reutlingen

St. Maria als - so hat es Stuttgart gemacht ...

 

 

So entwickelt das Stadtdekanat Stuttgart den Standort St. Maria weiter:

Gemeinde  sucht nach Ideen für die Zukunft von St. Maria   

Die Kirche soll über die Gottesdienste   hinaus genutzt werden

 Bürgerbeteiligung und katholische Kirche, das dürfte für viele Menschen nicht so leicht zusammengehen. Die katholische Kirche in Stuttgart macht jetzt den Versuch am Beispiel von St. Maria. Die Marienkirche in der Tübinger Straße ist ein architektonisches Schmuckstück in Zentrumsnähe, aber das Gotteshaus ist innen stark renovierungsbedürftig. Zudem ist die Kirche für die Bedürfnisse der Gemeinde zu groß geworden. Die Gemeinde und das Stadtdekanat haben dies zum Anlass genommen, eine Bürgerbeteiligung im Kleinen anzustoßen. St. Maria wird ein geweihter Ort bleiben, die Gemeinde wird dort auch weiterhin ihre Gottesdienste feiern. Welche Nutzungen aber sind darüber hinaus möglich? Angesprochen werden sollen Menschen, die an Kirche und Stadtentwicklung interessiert und die bereit sind, Ideen für den Kirchenraum zu entwickeln. Bei dem Projekt unterstützt wird die katholische Kirche von dem Verein Stadtlücken.

Ideenschenker und die weitere Ideensuche

Um einen Anstoß zu geben, haben in den vergangenen Wochen 60 Ideenschenker aus Politik, Kultur, Verwaltung und dem Sozialen ein Päckchen erhalten, in dem sich Pläne der Marienkirche, Buntstifte, ein Teebeutel und ein Stick fanden. Darin enthalten war auch die herzliche Einladung, Vorschläge zu entwickeln, wie das Gotteshaus in der Tübinger Straße über die regelmäßigen Gottesdienste hinaus genutzt werden könnte. Erste Ideen sind in dieser Woche auch bereits zurückgekommen. Diese sehen St. Maria auch als Ort für Kunstausstellungen und Kunstprojekte, als Ort interreligiöser Treffen, als Ort der Tischgemeinschaft und Gastronomie, als seelsorgerlich-therapeutisches Zentrum oder als caritativen Begegnungsort. Da über die Ideenschenker hinaus alle an der kirchlichen Entwicklung interessierten Menschen angesprochen werden sollen, schließt sich in den nächsten Wochen eine offene Beteiligung an. Von Samstag, 20. Mai, bis Samstag, 3. Juni, wird es in der Marienkirche eine Werkstatt geben, in der Besucher Vorschläge malen, beschreiben, basteln oder auch am Computer entwickeln können. In dieser Zeit werden täglich von 12 bis 18 Uhr Ansprechpartner aus der Gemeinde in der Kirche sein. Einige der eingegangenen Ideen werden in der Kirche ausgestellt. Wer nicht in die Tübinger Straße kommen kann, hat über die Facebook-Seite St. Maria (www.facebook.com/stmariaals) die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen. Darüber, welche Ideen umgesetzt und finanziert werden, entscheiden die Gemeinde und das Stadtdekanat Stuttgart im Einvernehmen mit der Diözese.

 

St. Maria - prominentes Beispiel für die Standortentwicklung der katholischen Kirche Stuttgart

Die katholische Kirche in Stuttgart befindet sich an vielen Orten im Aufbruch. Mehr als 20 Standorte werden parallel weiterentwickelt, einer davon ist die Marienkirche. St. Maria ist eine der architektonisch wertvollsten katholischen Kirchen in Stuttgart, die mit hohem Aufwand außen saniert worden ist. Schon jetzt ist absehbar, dass die Innensanierung des neugotischen Gotteshauses hohe Kosten mit sich bringen wird. „Eine einfache Standortsanierung bliebe unter dem Potential dieser architektonisch herausragenden Kirche, der noch dazu durch ihre prominente Lage in der Innenstadt eine besondere Bedeutung zukommt“, sagt der katholische Stadtdekan Christian Hermes. Die Kirche ist nicht nur für die Gemeindemitglieder, sondern für viele Menschen im Süden ein wichtiger Ort. „Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, den Horizont so weit wie möglich zu öffnen. Wir sehen uns als Kirche in der Stadt und wollen uns nicht auf eine Nische zurückziehen, sondern im Gegenteil die Stadtgesellschaft einbeziehen.“ Hermes sieht den Beteiligungsprozess als Experiment. „Wenn wir gute Erfahrungen machen, kann ich mir eine solche Ideenfindung auch andernorts vorstellen.“

Für Paul Kugler, den leitenden Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Süd, ist St. Maria eine typische Großstadtgemeinde – mit allen Vor- und Nachteilen. „Viele Menschen kommen tagsüber als Besucher in die Kirche, weil die Tübinger Straße für Fußgänger und Radfahrer die Verbindungsstraße zwischen der Innenstadt und dem Süden ist. Die Kirche ist gut frequentiert, aber unsere Gemeindemitglieder wohnen nicht mehr in der Nähe der Kirche, was für das Gemeindeleben schwierig ist“, so Kugler. Auch ist die Kirche für die Bedürfnisse der Gemeinde alleine zu groß, deshalb sieht der leitende Pfarrer die offene Ideenfindung als große Chance für die Gesamtkirchengemeinde und für den Stadtbezirk. Rund um die Kirche ist in den vergangenen Jahren viel passiert, mit den Veränderungen an der Paulinenbrücke, dem Neubau des Gerber. „Jetzt muss auch bei uns etwas passieren“, so Kugler. Auch Domenik Schleicher, der zweite Vorsitzende von St. Maria, stellt fest, dass das klassische Gemeindeleben in St. Maria nicht mehr funktioniere, weil viele der treuen und aktiven Ehrenamtlichen wegen hoher Immobilienpreise an den Stadtrand gezogen seien. „Wir verfallen deswegen nicht in Depression, sondern suchen nach neuen Wegen“, so Schleicher. Er hofft, dass mit St. Maria neben den Zentren für Jugendpastoral und Kirchenmusik und dem geplanten Spirituellen Zentrum ein weiterer kirchlicher Leuchtturm in der Stadt entstehen wird.

Den Beteiligungsprozess maßgeblich mitgestaltet haben in den vergangenen Wochen die Mitglieder des Vereins Stadtlücken, die im vergangenen Jahr mit einer zweiwöchigen Aktion rund um den Österreichischen Platz auf sich und ihre Interessen aufmerksam gemacht haben. Die Akteure der Stadtlücken haben sich 2016 zusammengefunden, aus dem Bedürfnis heraus, den städtischen Lebensraum mitzugestalten und Aufmerksamkeit für den Stadtraum zu wecken. Sie haben die Idee von „St. Maria als“ entwickelt: „Uns ist es wichtig, dass es Orte gibt, an denen der persönliche Kontakt zwischen Menschen entstehen kann und wir wieder miteinander ins Gespräch kommen können“, sagt Sebastian Klawiter von den Stadtlücken. Für die jungen Stadtplaner, Gestalter und Architekten ist allein schon der Kirchenraum spannend. „Diesen großzügigen Raum zu betreten löst viele Gefühle aus, einmal aufgrund der gebauten Atmosphäre, zum anderen aufgrund der Werte, die mit einem Kirchenraum verknüpft sind“, so Klawiter.

 

Geschichte der Marienkirche mit Zahlen und Fakten zur Gemeinde

St. Maria, erbaut in den Jahren 1871 bis1879 im neugotischen Stil, wurde nach der Eberhardskirche als erster Neubau einer katholischen Kirche in Stuttgart nach der Reformation errichtet, damals nahezu am Stadtrand. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, wurde sie bis 1950 wiederaufgebaut und schließlich um die Jahrtausendwende außen umfassend renoviert. Die Innenrenovierung soll in den nächsten Jahren folgen. Da die Untersuchungen von Decken und Wänden der Kirche noch nicht abgeschlossen sind, ist noch nicht klar, wie hoch die Umbaukosten sein werden. St. Maria gehört heute mit den Gemeinden St. Josef in Heslach und St. Antonius von Padua in Kaltental zur Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Süd mit insgesamt 12 000 Katholiken, von denen rund 6000 auf dem Gemeindegebiet von St. Maria leben. Flächenmäßig zieht sich das Gemeindegebiet St. Maria vom Heusteig- und Leonhardsviertel bis zum Lehenviertel am Marienplatz. Die Marienkirche wird auch von der englischen Gemeinde als Gottesdienstort genutzt. Die Gemeinde hat sich im Jahr 2015 von ihren Gemeinderäumen in der Fangelsbachstraße getrennt und hofft, mit dem Umbau der Marienkirche wieder Räumlichkeiten zu erhalten.

 

Veranstaltungsreihe rund um die Ideensuche

 - Zur Eröffnung am Samstag, 20. Mai, 17 Uhr, wird der Stuttgarter Lichtkünstler Laurenz Theinert die Marienkirche mit seinem selbst erfunden Lichtpiano beleuchten.

-  Am Mittwoch, 24. Mai, heißt es um 18 Uhr „Jazzen und Schmatzen mit Loretta“. Die Stuttgarter Gastronomin lädt bei Jazzmusik zur Tischgemeinschaft.

-  Am Donnerstag, 25. Mai, um 19 Uhr laden die Stadtlücken unter dem Motto „Einmal im Monat“ zu einem Diskussionsabend zu dem Thema, wie Kirchen genutzt werden können.

-  Am Samstag, 27. Mai, 20 Uhr, tritt der australische Liedermacher Tim McMillan in St. Maria auf

-  Am Dienstag, 30. Mai, um 19 Uhr werden sich der Domorganist Johannes Mayr und der Performancekünstler Thomas Putze auf ungewöhnliche Weise mit der Grablegung Jesu beschäftigen.

-  An den Sonntagen, 21. Mai und 28. Mai, lädt die Gemeinde um 11 Uhr zum Gottesdienst. Am 28. Mai wird im Gottesdienst ein Kind getauft. Auch zum Abschluss der Veranstaltungsreihe wird am Samstag, 3. Juni, um 21 Uhr ein ökumenischer Abendrot-Gottesdienst zum Thema Aufbruch/Aufbrechen gefeiert. Die Abendrot-Gottesdienste richten sich an junge und junggebliebene Menschen verschiedener Konfessionen und werden gestaltet von katholischen und evangelischen Theologen und Ehrenamtlichen aus Bad Cannstatt. Bereits um 18 Uhr gibt es eine Abschlussrunde mit allen an dem Prozess Interessierten.  

 

Multimedial in Seitingen-Oberflacht

REPORTAGE-TOUR „Kirche an vielen Orten - multimedial in Seitingen-Oberflacht“

Die Kirche auf dem Berg in Seitingen-Oberflacht bleibt nicht verborgen. Wie im Evangelium prägt sie bei Tag und bei Nacht die Landschaft der Ostbaar nordwestlich von Tuttlingen.

Direkt neben der Kirche wohnt Pastoralreferent Alexander Krause mit seiner Familie im Pfarrhaus. Daran hat man sich inzwischen an vielen Orten gewöhnt.

Doch der gebürtige Oberschwabe verfügt noch über Begabungen, die in dem Dorf ganz besondere Impulse geben. Er hat einen eigenen Fernsehsender und nennt ihn „Kirchberg TV“.

Im Internet auf der Plattform von YouTube tummeln sich weltweit Millionen von Videobloggern. Die meisten von ihnen sind nach Einschätzung von Krause kirchenfern oder kirchenfeindlich. „Ich alleine kann das nicht ändern.“ Trotzdem hat er eine Leidenschaft für dieses Medium bei sich kultiviert: „Das muss dir Spaß machen, sonst kannst du das nicht machen.“ Entstanden ist die Idee, weil er seinen Firmlingen nicht nur Spaßbilder, sondern Erinnerungen weitergeben wollte. Beiträge über Firmwochenenden im Kloster und spirituelle Einheiten bis hin zu Erklärungen von geprägten Zeiten wie Weihnachten oder Ostern sind Hauptthemen seines TV-Kanals.

Die Rückmeldungen sind gut, das ist Krauses Motivation. Die Abonnentenzahlen sind es definitiv nicht: „JuliensBlog hat 1,3 Mio. Abonnenten - ich hab über hundert.“

Einen Teleprompter kann er sich nicht leisten, also kommt seine Botschaft einfach aus ihm heraus. An videotechnischen Gags arbeitet er mit Leidenschaft und entdeckt so für sich ständig weitere Möglichkeiten für seine Videodrehs.

 Was bringt seine Kreativität für die Entwicklung der Kirche am Ort?

Zunächst: ich spüre bei Alexander Krause, dass die Kamera einfach sein Medium ist. Durch seine Person und seine Eigenart Glaubensweitergabe frohen Mutes anzugehen, wird sein Glaube greifbar. Er selber sieht darin ebenfalls Hoffnungsfunken für die Kirche in Seitingen-Oberflacht: „Ich sehe viele Hoffnungszeichen. Ich spüre Sehnsucht nach kirchlichen Angeboten und eine Sehnsucht nach Gott.“

Dieser Sehnsucht gibt er auch in anderen Projekten Raum. So führte er Einheimische im Rahmen einer Spirituelle Dorfführung zu markanten Orten und zeigte u.a. an Tankstelle, Rathaus, Bach und Dorfwirtschaft, wie Gott in den alltäglichen Dingen zu finden ist. Neben Gemeindemitgliedern tauchen da auch Neugierige auf, die mit Kirche nicht viel am Hut haben, aber wissen wollen „mit welchen Augen sieht der mein Dorf, in dem sich schon ein Leben lang bin.“.

Alexander Krause gibt seinen Charismen Raum an zugegebenermaßen ungewöhnlichen Orten. Er will die Welt im Dorf nicht ändern, aber bereichern.

Und das kann man sehen, weit über den Kirchturm hinaus.

Link: https://www.youtube.com/channel/UCvxgCDd4NYhmiR29OxWtpeQ

 

Neue Formate von Kirche - FRESH X

Sensibilität gewinnen in der LiturgieFRESH X heißt ein Netzwerk, das die Kirche erneuern will: Gottesdienst in der Kneipe, christliches Leben auf dem Bauernhof, Kirche im Café. So sollen die Menschen erreicht werden, die mit dem traditionellen Gottesdienst am Sonntagmorgen nicht viel anfangen können – und die Nachfrage nach solchen Angeboten ist groß. In Rottenburg haben sich jetzt 200 Menschen getroffen, um sich über diese und mehr Ideen auszutauschen. Niko Sokoliuk war für uns dabei.

Ein Videobeitrag aus der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

 

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