SOZIALRAUM UND NETZWERKKARTEN

KiamO – Zweiter Intensivtag

Gespannt starteten wir in den Nachmittag zum zweiten Intensivteil des Prozesses „Kirche am Ort, Kirche an vielen Orten gestalten“. Frau Tepel, die durch diesen Nachmittag führte, lenkte unsere Gedanken auf die vielen Orte, an denen „Kirche“ in unserer Seelsorgeeinheit statt findet. Mit eingeschlossen wurden hier auch Kirchen anderer Konfessionen, Krankenhäuser, Kindergärten u. a., ja wir stellten fest, dass Kirche auch in Straßen und auf Plätzen anzutreffen ist. Weiter ging es dann mit der Sinus-Milieu-Studie. Sie führt uns vor Augen wie unterschiedlich die Lebensauffassungen und Lebenssituationen, die Wertevorstellungen, die Einkommensverhältnisse, die Erwartungen an Kirche, der Glaube an Gott, ... in den verschiedenen sozialen Bereichen und Altersgruppen unserer Gesellschaft ist. Wir überlegten welches Milieu uns nahe steht und welches uns gar nicht anspricht.          

   Nach der Kaffeepause setzten wir uns in Kleingruppen zusammen. Jeder war aufgefordert seine Lebenswelten aufzuschreiben und miteinander in Verbindung zu bringen. Wo spielt Gott eine Rolle? Wo kommen wir mit anderen Milieus in Berührung? Welcher Bereich ist uns wichtig? So manch einer kam hier ins Grübeln. Viel zu schnell ging die Zeit vorüber. Der gemeinsame Gottesdienst griff mit dem Evangelium des Tages nochmals unsere Beziehung zum Nächsten und zu uns selbst auf.

            Wir danken Frau Tepel herzlich für die ruhige und angenehme, aber auch fachlich gute Begleitung in diesem Prozess. Ebenso bedanken wir uns bei den Kuchenbäckerinnen, sowie bei allen, die für die Bewirtung gesorgt und geholfen haben das GZ herzurichten und aufzuräumen, das war gelebtes KiamO.

            Wir freuen uns auf das nächste Treffen zu KiamO am 9. März 2018.

 S. und M. Dertinger, V. Ebhart (Kirchengemeinde St. Josef, Illingen)

Sozialraumentwicklung ist Kirchenentwicklung

Präsentation beim Informationsforum Geo & IT

Köln, Oktober 2017

... mehr zum Informationsforum Kirche, Geo & IT 

Kirche der Tat

250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Caritas und Pastoral bei der Pastoraltagung in Ergenzingen

 Die Tagung „Blickwechsel“ fand zum inzwischen vierten Mal statt und hatte diesmal die diakonische Dimension von Kirche im Fokus. Dementsprechend setzten sich die Teilnehmenden aus verschiedenen Bereichen von Caritas und Pastoral zusammen. Das war in dieser Form neu.

Bischof Dr. Gebhard Fürst bezeichnete in seinem Resümee die Berufung aller Christen zum diakonischen Handeln zusammen mit der Berufung zum Diakonat und dem professionellen Dienst der Caritasmitarbeiterinnen und -mitarbeiter als „drei Seiten einer Medaille“. Diese würden sich wechselseitig bedingen und können füreinander fruchtbar gemacht werden für den Menschen und um seines Heils willen.

 Zu Beginn der Tagung war die diakonische Identität der Teilnehmenden gefragt. In nach Berufen bunt gemischten Gruppen wurde schnell deutlich, wie vielfältig und konkret die diakonische Dimension von Kirche in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gelebt wird.

 Prof. Rainer Bucher, Pastoraltheologe aus Graz unterstrich in seinem Grundsatzreferat entlang des Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter, dass über das religiöse Heil das Handeln und nicht der Glaube entscheide: „Entweder ist Kirche diakonisch oder sie hat mit diesem Jesus nichts zu tun.“ Er forderte als neue pastorale Grundhaltungen Demut, liebende Aufmerksamkeit und Ermutigung durch Vertrauen.

 Dr. Michael Trauthig, Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung war mit seinem Außenblick gefragt. Er kritisierte, dass bei kirchlichen Interviews und Pressekonferenzen ein zunehmend formelhaftes Reden zu beobachten sei. Besonders die Hemmung zu Realitäten zu stehen sieht er dabei als Zeichen verlorengegangener Souveränität. Gefragt, was Kirche von der Gesellschaft lernen könne, ermutigte er mehr Demokratie zu wagen und wurde darin auch von Bischof Fürst bestärkt.

 Für den Bischof liegt die diakonische Kirche als Kirche der Tat sehr am Herzen. Zur gegenwärtigen Kirchenentwicklung gehört für ihn, dass die Pole missionarisch und diakonisch sich mehr durchdringen und füreinander noch fruchtbarer werden. Das diakonische Handeln dürfe aber beim einzelnen nicht stehen bleiben. Wesentlich zum diakonischen Handeln gehöre die prophetische Ansage, auch um den Preis der Anfeindung seitens der kritisierten Systeme  oder politischer Gruppierungen.

 Die bestens organisierte Pastoraltagung Blickwechsel hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass die Diözese dem Ziel näher gekommen ist, diakonische Kirche zu werden.

Fotos: Angelika Kamlage (www.angelika-kamlage.de)

 

... und hier zum Nachlesen:

Impulsreferat Prof. Rainer Bucher

Bischof Fürst: Resümee

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