DIAKONISCHE PROJEKTE

Diakonisch Kirche sein - ein beeindruckender Abend in Horb

Foto: Vesperkirche Horb, A. Wicker

„Teilhabe ermöglichen“ und „Brücken bauen“ waren nur zwei der Schlagworte beim Werkstattabend „Diakonisch Kirche sein“ des Katholischen Dekanats Balingen und der Caritas im Rahmen des Prozesses „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“.

Bereits der Ort der Veranstaltung war bewußt gewählt: Regionalleiterin Manuela Mayer, Dekanatsreferent Achim Wicker und Claudia Münz-Angst, Cariats-Zentrumsleiterin aus Ebingen, begrüßten die Teilnehmer im St. Jakobushaus in Balingen, wo Wohnungslose eine Unterkunft und neue Perspektiven finden. 

Anhand von drei exemplarischen Lebensläufen erfuhren die Haupt- und Ehrenamtlichen aus dem Dekanat, wie Armut heutzutage entsteht und wie sie sich auswirkt. Gemeinsam wurde besprochen, wie sich Kirchengemeinden für mehr Teilhabe und Chancen einsetzen können.

Neben der ganz praktischen Hilfe, die vielfach auch schon geleistet wird, wird es vor allem darum gehen Brücken zu bauen, damit Menschen auch wirklich die Möglichkeit haben, teil zu haben. Dabei sind die Mitarbeiter der Caritas wichtige Partner im Sozialraum. Konkret diskutiert wurde über die Möglichkeit von Ansprechpersonen für Menschen in Not oder mit einem Bedürfnis nach Begleitung in Lebenssituationen, Paten und den Abbau von Hemmschwellen bei kirchlichen Veranstaltungen. Eine Kirche, die nahe bei den Menschen sein will, wird immer auch eine diakonische Kirche sein.

Vesperkirchen

Foto: Vesperkirche Horb, A. Wicker

Ein Hoch auf die Netzwerke!

Landauf, landab öffnen sie derzeit wieder ihre Pforten: die Vesperkirchen.

Ökumenisch, katholisch oder evangelisch - immer aber in einer beispilehaften Vernetzung verschiedenster Partner zugunsten von Menschen im Lebensraum rund um die Kirchtürme am Ort.

Inzwsichen ist das guter Standard geworden: Initiativen, Gesundheitsberatung, Ämter, engaierte Bürgerinnen und Bürger helfen zusammen, damit die äußere und innere Kälte in dieser Jahreszeit einer Wärme weicht, die nicht nur Bedürftige erreicht, sondern alle.

So geht #anvielenorten ...

 

 

Woche gegen die Armut

Nicht von schlechten Eltern meine Hartz IV-Familie

Lesung und Gespräch mit Undine Zimmer

Warentauschbörse in Horb

Verschenken statt wegwerfen - so machen sie es im Dekanat Freudenstadt.

Balinger Tafel

Tafelladen - so geht's in Balingen

Teilen schmeckt beiden

Die Aktion Teilen schmeckt beiden wurde an drei Wochenenden in 20 Kirchengemeinden und an zwei Schulen im Dekanat Balingen druchgeführt. 2500 Tüten wurden verteilt und in Gottesdiensten informiert, sowie spezielle Fürbitten verlesen. 

Das ist Kirche, die die Lebenssituation der Menschen aufnimmt, zum Thema macht und aktiv wird - Kirche an vielen Orten.

Information für Gottesdienstbesucher

Teilen schmeckt beiden - Infoblatt

Zeitungsartikel

... damit Christsein Hand und Fuß bekommt

BEGEGNUNGS-Cafe in Murrhardt

"Wir sind ein christlich-soziales Projekt auf ehrenamtlicher Basis...."
http://murrhardt.kircheoberesmurrtal.de/html/begegnungscafe.html

Repair-Cafe in Horb

Jeden ersten Donnerstag im Monat, 16:30 – 19:00 Uhr, Saarstraße 2, 72160 Horb

Termine: 7. September, 5. Oktober, 2. November, 7. Dezember 2017

Im neuen Repaircafé unterstützen ehrenamtliche Reparateure die Besucher dabei, Defekte an mitgebrachten Gebrauchsgegenständen zu untersuchen und im besten Falle gemeinsam zu reparieren. Für verschiedene Reparaturen stehen Reparaturfachkundige und die notwendigen Materialien und Werkzeuge vor Ort bereit. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt – repariert wird in entspannter Atmosphäre bei Kaffee, Getränken und auch mal Kuchen. Die Reparaturen sind kostenlos, Spende herzlich willkommen.

www.reparatur-initiativen.de/repaircafe-horb

"... Kirche an vielen Orten gestalten" diesmal:

25 Jahre KiZ in Kirchheim unter Teck

Das KiZ wurde im Jahr 1991 von der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) gegründet. Was es alles kann und bedeutet, erfuhren die Besucher des Jubiläumsfestes am 18. November 2016 im Bohnauhaus in vielen Grüßen an der Infowand und im eingespielten Video. Weihbischof Thomas Maria Renz schrieb, das KiZ erreiche Jugendliche, die die katholische Jugendarbeit sonst nicht erreiche: Hauptschüler, Auszubildende, Arbeitslose. Jugendliche unterschiedlichster Herkunft verbrächten dort ihre Freizeit, treffen Freunde. Landrat Heinz Eininger schätzt das KiZ als „verlässlichen Partner“.

Wolfgang Müller vom Bischöflichen Ordinariat schrieb sogar, „hier im wilden Süden Kirchheims hat die Zukunft der Kirche längst begonnen“. Er muss es wissen, war er doch von 1995 bis 2011 als Pastoralreferent von Maria Königin vor Ort.  Noch immer ein „warmes Gefühl“ hat ein Jugendlicher, der zwei Jahre lang fast jeden Tag im KiZ war. Es habe ihn von der Straße geholt, „damit ich nicht zu viele Dummheiten mache“. Ein Stück weit sei sie auch erzogen worden, meinte eine ehemalige Besucherin und sprach vom „freundschaftlichen Betreuen“.

Markus Knorpp von der Agentur für Arbeit freut sich, dass das KiZ auch größere Maßnahmen wie ein mehrtägiges Berufsvorbereitungsseminar stemmen kann. Das Angebot ist vielseitig: Von 14 bis 18 Uhr ist das Bohnauhaus offen, das KiZ arbeitet im Ganztagsbereich der Rauner-Werkrealschule, ist im Sommerferienprogramm im Pavillon dabei und vieles mehr. Aus seiner Arbeit ist die heute große Berufsinformationsmesse in der Stadthalle entstanden. Das KiZ-Team aber ist entgegen allem Anschein klein: Zu Leiter Wolfgang Schinko kommen die Diplom-Sozialarbeiterin Doris Kurka mit 75 Prozent, dazu Projektmitarbeiter Ralph Freistädter mit 30 Prozent und Ann-Kathrin Müller im freiwilligen sozialen Jahr. Das war es auch schon - plus Ehrenamtliche.

Doch Schinko schätzt die Kleinheit und Flexibilität. Als die Stadt Kirchheim für ein paar auffällige Viertklässler eine Jungengruppe brauchte und andere noch in ihren Gremien berieten, machte das KiZ bereits das erste Gruppentreffen, eine Woche nach der Anfrage. Woran Schinko jedoch leidet, ist das ständige Ausfüllen von Anträgen für Projektmittel. Wäre die Finanzierung kontinuierlicher, sagte er, könnte er sich noch mehr um die Jugendlichen kümmern.

Die Tombola ohne Nieten wurde komplett von Neuntklässlern der Rauner-Werkrealschule und ihrer Lehrerin Cigdem Büyüktokatli organisiert, die Schüler hatten auch alle Gewinne eingeworben. Bewegend war die Lesung von Undine Zimmer aus ihrem Buch „Nicht von schlechten Eltern“ über ihr Aufwachsen in einer Hartz-IV-Familie. Bewegend waren auch die Erzählungen der ehemaligen KiZBesucher. Zwei Wochen lang hatte Schinko einen ehemaligen Förderschüler gecoacht, bis dieser seine Bewerbung beim Daimler fertig hatte. Heute arbeitet er dort. „Dass es mir so gut geht, wie es mir geht, habe ich Wolfgang und Doris zu verdanken“, sagte er.

Von Ballkleidern, Winterjacken und ganz viel Hilfe

Das Kleiderstüble in Remseck

Etwas verloren hängt es da: Das blaue Ballkleid in zartem Blau, bodenlang, tiefer Ausschnitt. „Das hängt schon länger hier“, sagt Irmgard Eichinger. Kein Wunder: Irmgard Eichinger verkauft ihre Second-Hand-Sachen im Kleiderstüble in Remseck vor allem an solche, die nicht auf Bälle gehen: Flüchtlinge und Arme in der Region. Die Hausfrau ist seit 30 Jahren im Kirchengemeinderat der katholischen Kirchengemeinde Hochberg. Sie betreibt mit Frau Hüppop und 10 Helfern seit 20 Jahren das Kleiderstüble und sie weiß: „Die Frau Professor kommt eben nicht zu uns.“

Angefangen hat das Kleiderstüble als die Flüchtlinge des Jugoslawienkriegs nach Deutschland kamen. Seit Mitte 2015 sind es wieder Flüchtlinge, die billige Kleidung suchen, vor allem Kinderkleidung, aber auch Haushaltssachen und Rucksäcke, kurz: alles was man tragen kann. „Es ist der Wahnsinn, was hier alles abgegeben wird“, sagt Irmgard Eichinger. „Deshalb haben wir ganz, ganz kleine Preise.“ Flüchtlinge, die zum ersten Mal kommen, bekommen einen Satz Kleidung umsonst. Dann kostet etwa die gefütterte, anthrazitfarbene Winterjacke drei Euro, eine Hose zwei, ein Hemd ein Euro. Der Erlös des Kleiderstübles geht an soziale Projekte in der Gegend.

Seit die Flüchtlingswelle auch Baden-Württemberg erfasst hat, ist auch die Hilfsbereitschaft der Menschen gewachsen. Jeder Ort ringsum hat seine Flüchtlinge, doch ist die Zahl noch relativ überschaubar, sagt Irmgard Eichinger. 50-60 sind es in Neckargröningen und genauso viele in Aldingen. „Wir haben sehr viele, die auch im Alltag der Flüchtlinge helfen wollen“, sagt sie, „bei Arztbesuchen, dem Ausfüllen von Formularen oder bei der Kinderbetreuung.“ Die Flüchtlingshilfe klappt hier sehr gut, dank der vielen Ehrenamtlichen.

„Wenn ich Not sehe, dann muss ich einfach helfen“, sagt Irmgard Eichinger. „Das war schon früher so.“ Früher, da war sie in der Jugendarbeit tätig. Jetzt sind es die Senioren, um die sie sich kümmert. Sie besucht die Alten, wenn sie krank sind, oder beim Geburtstag. Das gehört für sie zum christlichen Glaube dazu: Dass man für andere da ist, im Bereich des Möglichen, betont die Rentnerin. Jetzt sind es die Flüchtlinge, die in Not sind und die Hilfe brauchen. Zum Glück: Viele packen mit an, wenn Irmgard Eichinger selbst bei ihrer Arbeit Hilfe braucht.

Fast wäre vor ein paar Tagen sogar das blaue Ballkleid gekauft worden, erzählt Irmgard Eichinger. 10 Euro sollte es kosten, doch die Frau, die sich dafür interessierte, wollte es dann doch nicht anprobieren. Schade, das schöne Stück wird wohl noch einige Zeit auf eine neue Besitzerin warten müssen und dann wahrscheinlich noch länger auf den passenden Anlass. Auch wenn alles andere schnell den Besitzer wechselt, Ballkleider sind im Kleiderstüble in Remseck nun mal ein Ladenhüter.

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