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Aufbrechen zu einer neuen Gestalt der Kirche

 

Aktionsgemeinschaft Rottenburg beschäftigt sich mit dem „Petrus-Weg“

 Eine neue Gestalt von Kirche versucht die Pfarrei St. Petrus in Bonn zu verwirklichen. Darüber berichteten Pfr. Raimund Blanke und Pfr. i. R. Peter Adolf bei der Hauptversammlung der Aktionsgemeinschaft Rottenburg (AGR) in Wendlingen. Die AGR-Mitglieder erfuhren dabei, wie die Bonner Pfarrgemeinde in einem mehrjährigen Prozess in Anlehnung an die Erfahrungen der Erzdiözese Poitiers in Frankreich den „Petrus-Weg“ als ihr Pastoralkonzept entwickelt hat. Die Nähe zu den Menschen und die Freude am Evangelium gehören zu dessen wesentlichen Kennzeichen, ebenso wie eine „Kultur des Rufens und des Vertrauens“.

Getragen von der Überzeugung, dass allen Getauften eine Berufung zu eigen ist, werden für mehrere überschaubare Bereiche („Gemeinden“) je vier Berufene und ein Moderator für eine „Equipe“ gerufen und in einer Feier für die Dauer von drei bis maximal sechs Jahren gesendet. Sie stehen ein für die Grundvollzüge der Kirche vor Ort, die in Bonn so beschrieben werden: Begegnung und Gastfreundschaft, Begegnung mit den Armen, Wege in den Glauben, Gebet und Gottesdienst. Die beiden Pfarrer schilderten, wie sie dieses Konzept konkret umsetzen und wie sich dies auf das Verständnis von Leitung und auf das Priesterbild, aber auch Kirchenbild auswirkt.

In der Diskussion mit den Teilnehmern der Hauptversammlung kamen weitere Themen zur Sprache wie die Rolle der Pfarrei, zu der die Gemeinden gehören, die Bedeutung der Eucharistiefeier oder die Frage nach der Kontinuität bei einem regelmäßigen Wechsel der „Equipe“. Zudem wurde gefragt, welche Impulse dieses Konzept für den pastoralen Entwicklungsweg der Diözese Rottenburg-Stuttgart geben kann. Hier wurde die Bedeutung der kleinen Gemeinschaften in großen Pfarreien genannt ebenso wie die geistliche Dimension, die den „Petrus-Weg“ kennzeichnet. Wie der „Petrus-Weg“ mit dem so genannten „Lobinger-Modell“ (Team-Priester in Gemeinden) zusammenpasst, wurde ebenso beleuchtet.

 Die Mitglieder der AGR beschlossen bei der Hauptversammlung, sich mit einem „Zwischenruf“ zum pastoralen Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten“ zu Wort zu melden. Eine Umfrage, die die AGR durchgeführt hat, zeigt einen deutlichen Wunsch nach mehr Transparenz, was die Verantwortlichen und die Ziele dieses Prozesses angeht. Zudem bedarf es nach Meinung der AGR-Mitglieder einer besseren Feedback-Kultur im Rahmen dieses Prozesses. Auch wünschen viele, dass ausgeklammerte Themen wie die Frage nach den Zugangswegen zum kirchlichen Amt und die Stellenplanung der Diözese offen und transparent behandelt werden.

 (Klaus Kempter)

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